Was bedeutet das Wort Partizipation?

Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Partizipation heißt dabei nicht nur teilnehmen, im Sinne von beispielsweise Mitmachen der Kinder bei einem Angebot, sondern es bedeutet mehr, nämlich:
● mitzuwirken
● mitzugestalten und
● mitzubestimmen

Weshalb eigentlich Partizipation

bei Kindern und Jugendlichen?

Partizipation ist ein Ausdruck von Menschen- und Kinderrechten, die in der UN-Kinderrechts-Konvention von 1989 formuliert wurde.
Darin heißt es, dass alle Kinder das Recht haben, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese Meinung in allen das Kind betreffenden Angelegenheiten frei zu äußern. Die Meinung des Kindes ist angemessen und entsprechend seinem Alter und Reife zu berücksichtigen.

1992 trat auch Deutschland dieser Konvention bei!

Warum Partizipation in unserer Einrichtung?

Aufgrund dieser Kinderrechts-Konvention und unseres Bildungs-und Erziehungsplans zählt es mit zu unserer pädagogischen Kernaufgabe, die Kinder in viele, sie betreffende Prozesse miteinzubeziehen und so demokratische Handlungsweisen bereits in jungen Jahren einzuüben, um aus ihnen kritische, selbstbewusste und engagierte Menschen zu machen.
Dadurch lernen unsere Kinder auch, dass es Konflikte, unterschiedliche Interessen und Aushandlungsprozesse gibt, die es im pädagogisch geschützten Raum auszuhandeln gilt.

Wie setzen wir Partizipation konkret um?

Unser Ideensammler:
In jeder Gruppe gibt es einen von den Kindern selbst entworfenen „Ideensammler„ als Stofftier mit Reißverschlusstasche, in das alle Kinder ihre Ideenzettel stecken können.
Gewählte Vertreter der Kinder sammeln vorab einmal wöchentlich diese ein und stellen den Inhalt in der Kinderkonferenz vor. So haben alle Kinder die Möglichkeit, ihre Anliegen publik zu machen und zur Diskussion zu stellen.

Unsere Kinderkonferenzen:
Einmal pro Woche tagt die Kinderkonferenz, an der alle Kinder der 1. und 2. Klasse und zusätzlich gewählte Vertreter aus der Gruppe der 3. und 4. Klässler teilnehmen.
In halbstündlichen Diskussionsrunden werden dann Ideen, Wünsche oder Anliegen besprochen, die von den Kindern oder Betreuern vorher eingebracht wurden.
Durch Handzeichen oder durch geheime Wahlen stimmen alle Kinder darüber ab, ob Vorschläge und Themen angenommen und umgesetzt werden.
Handelt es sich um thematisch und zeitlich begrenzte Projekte, dann werden wiederum in der Kinderkonferenz Delegierte gewählt, die, so lange es das Projekt erfordert, in Neigungsgruppen diese umsetzen.
Es besteht jedoch auch die Möglichkeit die Projektarbeit wieder zu verlassen, wenn dies von einem teilnehmenden Kind gewünscht wird. Andere interessierte Kinder rücken dann nach und können in das Projekt mit einsteigen.
Alle Entscheidungen, die in der Kinderkonferenz getroffen wurden, werden über eine Infowand „öffentlich„ bekannt gegeben.

Was gilt es noch zu bedenken?

Niemand wird als Demokrat geboren, deshalb muss demokratisches Handeln mit den Kindern erst eingeübt werden. Dazu braucht es aber kontinuierliche Begleitung und Unterstützung durch unser pädagogisches Fachpersonal.
Das heißt, ständig mit den Kindern in einen Dialog zu treten, oftmals aber auch das eigene Wissen zurückzuhalten, gut zuzuhören und mit den Meinungen der Kinder respektvoll umzugehen.
So freut es uns auch als Betreuer, dass die Mehrzahl der Kinder mit einer Ernsthaftigkeit, aber auch mit Spaß und Freude bei unserer gemeinsamen Aufgabe „Demokratiebildung„ bei der Sache sind!

Denn:

„Der Geist der Demokratie kann nicht von außen aufgepropft werden, sondern muss von innen herauskommen„
( v. Mahatma Gandhi)